Abschied

Sie ist gegangen, wie sie gelebt hat,
meine Tante Luise.

Einundneunzig ist sie geworden.
Geschätze vierzig davon, waren sicher schwer.
Gute fünfzig jedoch, zufrieden und unbeschwert.
Immer aber, glaube ich, ist sie sie selbst geblieben.
Voll mit Ecken und Kanten und niemals Beifall heischend.
Manchmal im Kampf mit Gott und der Welt,
selten mit Allem einverstanden.
Ohne große Gefühlsduselei,
ohne es zu wissen, emanzipiert und klug.

Ohne großes Brimborium ist sie gegangen.
Doch ihre Enkelin hat gespielt wie ein Engel und geweint.

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