Es war einmal …
Ein kleines Land im Herzen Europas.
Den Menschen hier ging es so gut und so schlecht wie anderen ringsherum auch.
Und dennoch jammerten und schimpften viele.
Manchen ging alles nicht schnell, groß und erfolgreich genug.
Einige hatten das Gefühl stets zu kurz zu kommen und hatten Angst vor allem, schuld waren die anderen.
Die meisten klagten über das, was ihnen gerade nicht in den Kram passte.
Wenige versuchten zu vermitteln und Brücken zu bauen, zum Wohle aller.
Kaiser und Könige gab es hier schon lange nicht mehr, was manche bedauerten, die meisten aber für gut befanden.
Eines Tages jedoch veränderte eine kleine Krone das Leben aller, hier und anderswo.
Das unsichtbare, weil so winzig kleine Krönchen war zutiefst demokratisch.
Es setzte sich auf jeden Kopf, zu dem es getragen wurde.
Leider wurde die Menschen dadurch nicht zu gekrönten Häuptern, sondern krank, viele sehr krank und manche starben.
Da hob ein Wehklagen an in alle Ländern dieser Welt und eine große Angst griff um sich.
Und so waren die Menschen froh, als ihnen gesagt wurde was nun gut für sie sei.
Sie sollten ihre Häuser nicht mehr verlassen um sich und die anderen zu schützen.
Es wurde zugesperrt, abgesperrt und ausgesperrt.
Ein schöner junger Landesvater beschwor sein Volk zusammen zu halten, um gemeinsam den Kampf aller Kämpfe zu bestehen.
Die Menschen sollten einander nur noch in Spiegeln begegnen und Abstand halten.
Milliardenpakete wurden geschnürt und versprochen, dass niemand hungern oder darben werde.
Nun wusste das Volk was es zu tun hatte und war wohlgemut.
Trotz aller Einschränkungen senkte sich Frieden über das Land.
Geld und Fortschritt waren plötzlich nicht mehr so wichtig und Menschlichkeit und Gelassenheit stiegen im Kurs.
Wie durch ein Wunder wurde bisher Unmögliches möglich, Enge wurde zu Weite und Zeit zu Zeitlosigkeit.
Das Krönchen frohlockte – Gleichgewicht im Moment des Wandels!
Doch der junge Landesvater, beseelt vom Geist der Machbarkeit und getrieben vom Ungeist der Angst, verpasste diesen einzigartigen Moment, nahm ihn nicht wahr.
Er verkündete weiterhin Durchhalteparolen und warnte vor frühzeitiger Kapitulation.
Die Alten wunderten sich, sind wir wieder im Krieg?
Dies alles geschehe zu ihrem Schutze, wurde ihnen erklärt.
Einige freute das sehr, andere wären vielleicht lieber im Schutz ihrer Familie gegangen.
Ostern stand vor der Tür, doch die war noch immer versperrt.
Das Krönchen wunderte sich auch und ließ sich weitertragen.
Es landete auf dem Kopf des Landesvaters. Doch statt wie bei allen andere in den Hals zu krabbeln, fand es den Weg in sein Ohr.
Dort angelangt, erzählte es Ihm ein kleines Märchen.
Ein Märchen von Freiheit und Nähe, von Demut und Mut, von Ohnmacht und Vertrauen, von Selbstbestimmung und Würde, von Lächeln, Lachen und Liebe.
Ob er zugehört und verstanden hat, wissen wir nicht.
Aber morgen ist Ostern und da öffnet sich ein Tor …
Und wenn sie nicht gestorben sind, …